Wir gemeinsam für Sollenau

Martin Kabicher und sein Team

Wir sind Sollenau 

Allen negativen Meldungen über unsere Jugendlichen zum Trotz möchten wir in dieser Rubrik auch junge Gemeindemitglieder vorstellen und den Gegenbeweis antreten, dass sie doch Zukunftsvorstellungen und Perspektiven haben!  

Victoria Starchel

Victoria Starchel, 20 Jahre 

Vicky kam am 3.12.1993 auf die Welt, nach der Volkschule in Sollenau besuchte sie 2 Jahre lang die Musikhauptschule in Wiener Neustadt. Ihr Instrument war das Klavier. Aufgrund familiärer Umstände wechselte sie in die damalige Hauptschule Felixdorf.
Um die allgemeine Schulpflicht zu erfüllen absolvierte sie das Polytechnikum, welches ihrer Meinung nach völlig unnötig war, bis auf die Schnuppertage in den Betrieben.

Jobsuche ist nicht leicht

Dann ging es an die Lehrplatzsuche für den Lehrberuf der Friseurin! An die 200 Bewerbungen hat Victoria versendet und am schlimmsten findet sie, dass Betriebe es nicht der Mühe wert finden, abzusagen.
Ein Lehrplatz wurde gefunden, jedoch mobbte sie das Stammpersonal derart, das die Inhaberin und Vicky es für das Beste  hielten, das Lehrverhältnis zu beenden.
Zwei Monate verbrachte sie dann wieder mit Jobsuche und dank Beziehungen erhielt sie dann einen Lehrplatz bei einer Friseurkette in Mödling.
Ein Jahr nach absolvierter Lehrabschlussprüfung verlor sie abermals den Job, da auf Grund der Wirtschaftslage Personal eingespart wurde.
Nun ist Vicky erneut arbeitslos und muss feststellen, dass in der heutigen Zeit nur mehr Teilzeitkräfte beschäftigt werden … aber von einem 15 Std. Job kann sie ihre eigene Wohnung nicht finanzieren und Wohnbeihilfe bekommt sie auch nicht, da sie einen Privatvermieter hat!
Das AMS ist auch nicht sehr hilfreich, weil die Betreuer nicht wirklich kompetent sind und die gesetzlichen Rahmenvorschriften die pure Katastrophe sind!
Für die Zukunft würde sie sich einen ordentlichen Job wünschen, weil sie unbedingt arbeiten will!  

Wunsch: Leistbare Wohnungen

Ihr Wunsch an den Herrn Bürgermeister wäre endlich leistbare Wohnungen für die Jugend zur Verfügung zu stellen und die Vergabe objektiv nach Notwendigkeit und Reihung der Anmeldung zu handhaben.
Und eventuell den Genossenschaftsanteil von Wohnungen für Jugendliche reduzieren, damit sich diese nicht verschulden – es erbt ja nicht jeder oder bekommt ein Sponsoring von seinen Eltern.
Weiters findet sie die Geburtstagswunschkarten eher lächerlich, warum bekommen Jugendliche keine Geschenksmünzen?!  
Jugendliche kommen ihrer Meinung nach sowieso zu kurz. Sie findet, dass für ihre Altersgruppe eigentlich gar nichts in Sollenau attraktiv ist!
Das Jugendzentrum ist ein absolutes „No Go“ weil nur 13/14-Jährige dort sind und der Generationenspielplatz ist nur was für Kleine oder Familien mit Kleinkindern.
Außerdem wünscht sie sich den
„Koisser“ zurück, weil der Billa schon sehr unpersönlich ist!

Trotz alldem ist Victoria ein lebensfroher Mensch, der gerne im Sommer Sport treibt, sich  mit Freunden zum “Shoppen“ trifft, sich mit ihrem Hund beschäftigt, im Winter ein „Couchpotato“ ist, gern zu Mutti und Oma  heimkommt und sich verwöhnen lässt!

Das Lachen hat sie Gott sei Dank nicht verlernt und wir wünschen uns, dass sie bald einen tollen Job findet! Alles Gute! Stellenangebote werden gerne weitergeleitet!

Die Serie „Wir sind Sollenau ...“ wird von Manuela Frisch erstellt. Sie wollen auch vorgestellt werden: 0664/9620383.

Mustafa Isik

Mustafa Isik, 19 Jahre 

Er lebt  seit 15 Jahren  mit seinen Eltern und Geschwistern in Sollenau.
Er besuchte die Volkschule Sollenau, welche ihn sehr geprägt und gefördert hat, sodass er anschließend die Unterstufe des BG Zehnergasse absolvierte und weiter in die HAK Wiener Neustadt wechselte.

Von der Matura zum Roten Kreuz

Mustafa ist jetzt in der Maturaklasse und möchte nach abgeleistetem Zivildienst beim Roten Kreuz Sollenau ein Studium an der Wirtschaftsuniversität beginnen – welche Richtung ist noch offen.
Seit 1. November betreut er die Jugendvereinigung in der Kultusgemeinde Sollenau – Burschen im Alter von 12 bis 17 Jahren treffen sich wöchentlich – meistens Samstagabend.

Nie selbst Rassismus erlebt

Rassismus war und ist für ihn kein Thema. Mustafa wurde nie diskriminiert, er würde sich aber schon ein häufigeres  Miteinander wünschen!
Dass sich der Bürgermeister immer nur bei den üblichen Veranstaltungen zeigt findet er schade, denn er sollte ein Bürgermeister für alle Bevölkerungsgruppen sein und  „Festln“ aller Bevölkerungsgruppen ab und zu besuchen!
Weiters würde er sich wünschen, dass sich bei der Vergabe der Turnsaalnutzung vielleicht auch ein Zeitfenster für seine Jugendgruppe finden ließe!

Thomas Chlebecek

Thomas Chlebecek, 19 Jahre 

Er macht zurzeit eine Ausbildung zum Mediendesigner/ Medienfachmann. Den Kindergarten und die Volkschule besuchte er in Sollenau, dann wechselte er in die Hauptschule St. Christiana Wiener Neustadt mit anschließendem Polytechnikum.

Gedanken über den Arbeitsmarkt

Thomas Chlebecek erging es wie viele Jugendlichen heutzutage, es war auch für ihn sehr schwierig, eine Lehrstelle zu fi nden. Deshalb ist er der Meinung, dass man in diesem Bereich viel mehr in Förderung investieren sollte!  

Sollenau findet er sehr lebenswert und er möchte nach abgeschlossener Ausbildung auch hier eine Wohnung haben und leben.

Gedanken über seine Heimat

Was in Sollenau fehlt, ist ein Lokal für seine Altersklasse. Hier gibt es nicht wirklich ein Lokal in welches er gerne gehen würde. Seltsam findet er, dass einiges einfach abgerissen wurde, bevor überhaupt ein abgeschlossenes Projekt für die Füllung der Abrisslöcher bestand.

Und ganz schlimm wäre auch seiner Meinung nach, dass es in Sollenau keine umfangreiche Nahversorgung mehr gäbe, welche man zu Fuß erreichen könne.

Gedanken über die Politik

Politik und Vereine sind nicht sein Ding, da er seine Freizeit auch weiterhin unabhängig und frei gestalten möchte.Obwohl das Bürgermeisteramt für ihn nicht erstrebenswert ist und selbst politisch nicht aktiv werden will, nimmt er jedoch jedes Mal sein Wahlrecht wahr.

Therese Koizer

Therese Koizar, 18 Jahre 

Sie besuchte den Kindergarten und die Volkschule in Sollenau, an diese Zeit erinnert sie sich noch sehr gerne zurück! Dann folgte die Hauptschule St. Christiana in Wiener Neustadt und die dreijährige HLA ebenfalls in Wiener Neustadt.  

Während dieser drei Jahre stellte sie fest, dass diese Ausbildung doch nicht das richtige ist – schloss sie aber trotzdem ab und machte begleitend dazu die AHS Matura (übers BFI) nach!

Jetzt ist sie im Endspurt und ist die letzte Prüfung geschafft beginnt sie ihre weitere Ausbildung an der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik in Wiener Neustadt, um dann endlich als Kindergartenpädagogin in ihrem Traumberuf zu arbeiten.

Wir finden es großartig, dass Theresa neben der Schule auch arbeitet, so dass sie Ihre  Mutter finanziell ein bisschen entlasten kann, denn  Bildung kostet Geld!

Ihre Freizeit verbringt sie mit Freunden hauptsächlich in Wiener Neustadt, da es in Sollenau leider kein gemütliches Lokal zum Quatschen und Treffen gibt – für Jugendliche ab 17!

In die Zukunft sieht sie positiv und möchte auch in der näheren Umgebung Job und Wohnung haben. Niederösterreich findet sie gut und würde auch nicht woanders leben wollen!

Ihre Wünsche an die Zukunft sind Gesundheit für Ihre Familie und das sie  ihre Pläne und Ziele, die sie sich gesetzt hat, auch erreicht.

Wir danken Theresa für das Gespräch, für ihre Zeit und wünschen ihr viel Erfolg und alles Gute für ihre Zukunft!